Magazin

>> zurück zur Übersicht

Was ist Crowdsourcing?

Im digitalen Zeitalter tauchen immer wieder neue Trends und Phänomene auf. Teils sind sie äußerst kurzlebig, aber manchmal auch von bleibender Relevanz. Immer mehr an Bedeutung gewinnt etwa das sogenannte Crowdsourcing.

Den Neologismus „Crowdsourcing“ haben Jeff Howe und Mark Robinson vom amerikanischen Wired Magazin geprägt. Auf Deutsch lässt sich der Begriff etwa mit „Schwarmauslagerung“ übersetzen. Eine erste Definition des Begriffes fand der Sozialwissenschaftler Christian Papsdorf in seinem Buch „Wie Surfen zu Arbeit wird. Crowdsourcing im Web 2.0“: „Crowdsourcing ist die Strategie des Auslagerns einer üblicherweise von Erwerbstätigen entgeltlich erbrachten Leistung durch eine Organisation oder Privatperson mittels eines offenen Aufrufes an eine Masse von unbekannten Akteuren, bei dem der Crowdsourcer und/oder die Crowdsourcees frei verwertbare und direkte wirtschaftliche Vorteile erlangen.“

Beim Phänomen Crowdsourcing geht es also darum, die Intelligenz und die Arbeitskraft vieler zu nutzen, anstatt eine Aufgabe kostenpflichtig auszulagern. Experten und Dienstleister aus aller Welt nehmen sich Problemen und Aufgaben an, beteiligen sich an Forschung und Entwicklung und generieren Inhalte. Dabei profitieren Unternehmen oder Projekte von Spezialisierungseffekten und können im Idealfall auf einen Schwarm von internationalen Experten zurückgreifen. Eine Besonderheit des Crowdsourcings ist die Erweiterung der bisherigen Arbeitsteilung um den Faktor Motivation. Das wohl bekannteste Beispiel dieses noch recht jungen Web 2.0- Phänomens ist Wikipedia. Der Schokoladenhersteller Ritter Sport wagte im vergangenen Jahr ein Crowdsourcing-Experiment: Unter dem Motto „Von euch, mit euch, für euch. Die Blog-Schokolade“ konnten die User zunächst eine neue Geschmacksrichtung kreieren und später auch das Design vorschlagen. Kürzlich fiel auch die britische Tagezeitung „The Guardian“ mit einer interessanten Crowdsourcing-Aktion auf: Der Jahresrückblick 2011 kam nicht aus der Redaktion, sondern wurde von den Lesern gemacht.

>> zurück zur Übersicht